Die Ketogene Diät als neue Therapieform bei Epilepsie ?
Die ketogene Diät ist eine kohlenhydratlimitierte, protein- und energiebilanzierte und deshalb fettreiche Form der diätetischen Ernährung, die den Hungerstoffwechsel in bestimmten Aspekten imitiert. In dieser Ernährungsform bezieht der Körper seinen Energiebedarf nicht mehr aus Fett und Glukose, sondern nur noch aus Fett und daraus im Körper aufgebautem Glukoseersatz, den namensgebenden Ketonkörpern. Eine ketogene Diät wird als Therapieverfahren vor allem bei Kindern mit pharmakoresistenter Epilepsie, Glukosetransporterstörung (beispielsweise GLUT1-Defizit-Syndrom) und Pyruvatdehydrogenasemangel eingesetzt. Neuere Forschungsergebnisse lassen auch eine Therapie bei Alzheimererkrankung möglich erscheinen.
Gerade als alternative Therapiemethode für Menschen mit Epilepsie kann diese Ernährungsweise in vielen Fällen zu einer Verringerung der Anfallshäufigkeit beitragen. Allerdings wird die Diät überwiegend bei Kindern mit Epilepsie eingesetzt. Berichte über die Anwendung und Effektivität dieser Behandlungsmethode im Erwachsenenalter finden sich bis heute nur wenige. In der Zeitschrift „Seizure“ berichten nun Wissenschaftler des Jefferson Comprehensive Epilepsy Center in Philadelphia, USA, von dem Langzeit-Outcome einer Gruppe von 23 jugendlichen und erwachsenen Epilepsie-Patienten im Alter zwischen 11 und 51 Jahren, die mit der ketogenen Diät behandelt wurden. Den Forschern zufolge zeigten 52 % der Patienten unter der Diät eine signifikante Verringerung der Anfallsfrequenz, wobei 45 % von ihnen sogar eine Anfallsreduktion um mehr als 50 % aufwiesen. In 31 % der Fälle war keine Verbesserung zu beobachten, 7 % der Patienten schafften es nicht, erfolgreich mit der Diät zu beginnen und bei 10 % schließlich nahm die Anfallsfrequenz um mehr als 50 % zu. Die Therapiedauer lag im Mittel bei 9 Monaten, wobei 5 Patienten länger als 23 Monate mit der ketogenen Diät behandelt wurden. Insgesamt sprachen Patienten mit einer symptomatischen generalisierten Epilepsie tendenziell am besten auf die Diät an, tolerierten diese auch eher und wiesen eine längere Behandlungsdauer auf. Die am häufigsten zu beobachtenden Nebenwirkungen waren ein unerwünschter Gewichtsverlust und eine Obstipation. Die ketogene Diät kann auch bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Epilepsie sicher eingesetzt werden und zeigt eine ähnliche Responder-Rate, wie sie im Kindesalter festzustellen ist, so die Meinung der US-amerikanischen Epilespie-Experten.